Stellungnahme vom Herminator zur aktuellen Berichterstattung ... Die Enten quaken fröhlich vor sich. Allerdings weniger an unseren wunderschönen Seen, wo ihre Population offenbar weit geringer ist, als in manchen Gazetten, die es obendrein blendend verstehen, liebliches Federvieh in monströse Fabelwesen zu verwandeln.
Erstaunt lese ich nun, in Seenot geraten, in höchster Gefahr geschwebt, vor dem Untergang gerettet, völlig erschöpft und unterkühlt aus dem eiskalten Nass gefischt worden zu sein. Irgendwie spannend, weil ich mich nur namentlich in diesen Schilderungen wiederfinde, persönlich daran aber nicht beteiligt schien, da in ihnen rein gar nichts der Wahrheit entspricht. Zutreffend ist: Ich übte mich im Kitesurfen. Punkt. Und ebenso wie die eine oder andere Zeitungsredaktion suchte auch mich die Pfingstflaute heim, sodass ich beschloss, die etwa 100 Meter zum Ufer zu paddeln. Punkt. Soviel zur Dramatik des Geschehens. Ich freue mich natürlich über soviel Sorge und Anteilnahme rund um meine Person, fühle mich durchaus beschützt und gut aufgehoben. Ich hoffe, das trifft auch zu, sollte ich wirklich einmal der Hilfestellung bedürfen. Kopfzerbrechen bereitet mit allerdings die völlig maßlose, weil nicht notwendige Aufregung. Anrufer voreilig Sie hatte meines Erachtens nach nur eine gute Seite: Der Anrufer, der die von übereifrigen Berichterstattern herbei geschriebene Rettungsaktion auslöste, sich unter höchster nervlicher Belastung allerdings schwer tat, die Seemitte von Ufernähe zu unterscheiden, verschaffte den freundlichen Exekutivbeamten die Gelegenheit zu einem wohlverdienten Bootsausflug. "Deutsche" mit regionalem Dialekt Im Übrigen sprachen jene „deutschen Urlauber“, die mir in ihrem Boot einen Lift ans Ufer anboten, einen erstaunlich astreinen regionalen Dialekt. Mir war im Wasser, das, wie ich glaube, nicht einmal im Winter und unter einer Eisdecke sieben Grad kalt wird, zu dem Zeitpunkt schnuckelig warm. Und meine Erschöpfung war dermaßen, dass ich anderntags bei Mario Scheibers Hochzeit in Osttirol großen und anhaltenden Spaß auf der Tanzfläche hatte... Nachdenklich Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Nur eines noch: Geht man mit offenen Augen durchs Leben und sieht, was rundherum so passiert, fragt man sich unweigerlich, ob es wirklich noch der überbordenden Fantasie mancher Zeitungsmacher bedarf, ihre Seiten mit fraglichen Infos und beachtlicher Dichtkunst zu füllen. Das macht mich ein bisschen nachdenklich.
Mit herminatorischen Grüssen
Hermann Maier
|