HERMINATOR tritt zurück!!! Wien, 13.10.09, 14.01 Uhr Wie vorige Woche bei meinem Besuch in Wien angekündigt, ist nun – nach reiflicher Überlegung, letztlich aber doch spontan – eine Entscheidung gefallen, die ich umgehend bekannt geben möchte.
Vorweg: Mit dem Verlauf der Vorbereitungen auf den Olympiawinter bin ich zufrieden. Die Arthroskopie an meinem rechten Knie wurde Ende März zu einem idealen Zeitpunkt vorgenommen, sodass ich nach der Rehabilitation sofort ins Training einsteigen konnte. Alles verlief nach Plan. Und mein Körper befindet sich in einem erstaunlich guten, eigentlich bewundernswerten Zustand, wie mir zuletzt auch die zwei Skitage auf dem Gletscher in Sölden zeigten. Dennoch – oder gerade deshalb – bin ich nach ein paar Tagen Bedenkzeit zu dem Entschluss gelangt, einen Schlussstrich zu ziehen und meine Karriere als Skirennfahrer mit dem heutigen Tag zu beenden. Mein größtes Ziel war es, körperlich wieder in Schuss zu kommen. Das ist mir gelungen und so habe ich mir das auch vorgestellt: In einem guten Zustand entscheiden zu können, ob ich weitermache oder nicht. Und im Hinblick auf mein künftiges Leben ist es für mich eben von großer Bedeutung, gesund zu sein. Deswegen mache ich jetzt Schluss. Mir ist bewusst, dass ein herausragender Lebensabschnitt zu Ende geht. Aber nach genauem Abwägen aller Vor- und Nachteile hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass hier und heute der optimale Augenblick gekommen ist, Abschied zu nehmen. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Sie ist mir außerordentlich schwer gefallen. Und natürlich schwingt dabei auch eine gewisse Wehmut mit. Schließlich trenne ich mich von meinem Traumberuf. Und beende eine Karriere, wie ich sie mir als Bub schöner nicht hätte ausdenken können. Rückblickend bleibt mir also ausschließlich Dankbarkeit für eine fantastische Zeit. Und es ist jetzt an der Zeit meinen vielen Fans und Partnern für die unglaubliche Unterstützung und Motivation über die Jahre herzlich zu danken. Zuallererst natürlich meiner Familie. Meinen Eltern, die es seinerzeit geschafft haben, einen hyperaktiven Buben zu bändigen und auf die richtige Bahn zu bringen. Meinem Bruder Alex, der es als erster Trainingskamerad immer wieder mit mir aufnehmen musste. Mit meinem Sponsor Raiffeisen und Leodegar Pruschak verbindet mich mittelerweile ein freundschaftliches, geradezu familiäres Verhältnis. Vor allem in schweren Zeiten hat mir der verlässliche, starke Rückhalt sehr gut getan. Peter Schröcksnadel hat einen wesentlichen Anteil an meinen Erfolgen. Mit seinen alternativen Trainingsmethoden, beim Fischen nach meinem Motorradunfall, hat er geholfen, mich auf die Siegerstraße zurückzuführen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Bedanken möchte ich mich bei meinem Heimatort Flachau/Flachauwinkel, wo ich in einem perfekten Umfeld das Skifahren lernen durfte. Bei Andi Evers, der – zuerst beim Fußball, dann auf der Piste – mein liebster Ratgeber und ein hervorragender Coach war. Und bei Toni Giger, der nicht nur aufgrund des einen oder anderen Radausflugs mit dem einen oder anderen Kollegen einiges mitgemacht hat. Heini Bergmüller gilt mein Dank dafür, dass er mit mir neue Wege gegangen ist und mir konditionell den Feinschliff verliehen hat. Und stellvertretend für alle Betreuer, Physiotherapeuten, Masseure und Ärzte, die mich im Verlauf meiner Karriere behandelten, möchte ich Arthur Trost meine Hochachtung aussprechen. Er hat den geschundenen Körper öfter als alle anderen auch von innen betrachten dürfen. Dem Österreichischen Ski Verband möchte ich danken, dass er spät, aber doch darauf aufmerksam wurde, dass sich in Österreichs Bergen ein verstecktes Talent herumtreibt. Und schließlich ist es mir ein besonderes Anliegen, jedem einzelnen meiner Teamkollegen alles Gute zu wünschen. Ich hoffe sehr, dass der eine oder andere meine Erfolge eines Tages übertreffen wird. Für meinen Teil bin ich nun froh, die Entscheidung gefällt und bekannt gegeben zu haben. Ich freue mich auf die Zeit danach und bin gespannt und neugierig auf die nächsten Kapitel in meinem Leben, über die ich selbstverständlich zu gegebener Zeit informieren werde. Mit herminatorischen Grüssen Hermann Maier |